Europa

Peter Meiwald über lebenslang – gemeinsam lernen in der Welt von morgen.

Wissen kommt doch in der digitalen Welt aus Wikipedia, Google, im politisch korrekten Feld vielleicht auch von Ecosia oder von Spon.de. Aber ein „Wissensinstitut“ – und dann noch ein grenzüberschreitendes – brauchen wir das in der heutigen Zeit? Dazu kommt von meiner Seite ein klares „Ja“, denn was, wenn nicht „Wissen“, ist denn der Rohstoff, auf den wir in unserer Euregio zwischen Ruhrgebiet und Nordsee außer Torf und Wasser setzen können? 

Verknüpfungen

Gerade in einer Zeit, in der reines Datenwissen praktisch überall und schier unbegrenzt verfügbar ist, brauchen wir Menschen – und ja, auch Institutionen, die für Verknüpfungen sorgen – zwischen Berufsausbildung und Studium, zwischen Unternehmen und Märkten, zwischen Lernenden (jungen und älteren) und Lehrenden (älteren und jungen), zwischen Herausforderungen und Lösungen, zwischen Qualifizierten und Arbeitsmärkten – zwischen Menschen!

Weiter Weg zu einer europäisch denkenden Identität

Gerne sprechen wir über grenzenlose Mobilität, einen offenen Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen oder gar unsere „Wertegemeischaft“. Doch, dass all diese Wortgeschöpfe mit Leben erfüllt werden, ist eben nicht selbstverständlich. Auch wenn viele junge Menschen völlig selbstverständlich aus Oldenburg nach Zandvoort an den Strand oder aus Leeuwarden nach Berlin zur Party fahren, müssen wir zugeben, dass es noch ein weiter Weg zu einer wirklich europäisch denkenden und zugleich regional beheimateten Identität zu gelangen – das haben uns nicht zuletzt Brexit und die erstarkenden national-populistischen Parteien von PVV bis AfD drastisch vor Augen geführt.

Grenzüberschreitendes Kennen-Lernen

Gemeinsames Lernen, auch grenzüberschreitendes Kennen-Lernen ist deshalb von besonderer Bedeutung für die Zukunft unserer Region beiderseits der niederländisch-deutschen Staats- und Sprachgrenze. Dazu gehört natürlich ein Augenmerk auf ausreichende und gute Angebote zum Erlernen der jeweils anderen Sprache ebenso wie die deutliche Verbesserung der öffentlichen Verkehrsangebote von Bus und Bahn, um den Sprung über die Grenze möglichst „smart“ zu gestalten.

Das Rijnland Institut ist dabei wesentlicher Player wie auch Anwalt dieses Themas im öffentlichen und politischen Raum, den es unbedingt zu unterstützen gilt.

Peter Meiwald ist Vorsitzender der Europäischen Föderalisten Oldenburg e.V. und Vorsitzender der Expertengruppe des Rijnland Instituts.